Klarer Fall: Wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen!

Zweite Sprachlernklasse am Adolfinum eingerichtet

Von Lara Langer

Deutsche Sprache, schwere Sprache: Viele Hürden mussten die Flüchtlingskinder in der Vergangenheit nehmen, keine leichte steht ihnen noch bevor: Das Überwinden der Sprachbarriere, denn nur so ist Integration möglich. Einen wichtigen Beitrag dazu konnte das Adolfinum bereits nach den Osterferien leisten, als die erste Sprachlernklasse ihre Pforten geöffnet hat.

Mit insgesamt 27 Schülern sprengte die Zahl der Anmeldungen vor den Sommerferien die zulässige Klassengröße, eine zweite Sprachlernklasse wurde eingerichtet. Nun verteilen sich die zehn- bis achtzehnjährigen Jungen und Mädchen aus Syrien und Afghanistan auf die SLK1 und die SLK2. Dadurch konnten die Sprachanfänger von den Fortgeschrittenen getrennt werden, was allen eine bessere Förderung ermöglicht.

Dies ist vor allem in Anbetracht der Tatsache wichtig, dass manche von ihnen erst das lateinische Alphabet erlernen müssen oder mussten, dessen 24 Buchstaben sich stark von der kursiv geschwungenen paschtunischen Schrift – die übrigens von rechts nach links geschrieben wird – unterscheiden.

Was zunächst so leicht daher gesagt ist, erweist sich hinter den Kulissen als ein kompliziertes Unterfangen, das ohne die Zusammenarbeit des Kollegiums und die Mithilfe unserer gesamten Schülerschaft so nicht bewältigt werden könnte. Denn die Sprachschüler bekommen nicht nur intensiv 12 bis 14 Stunden Deutschunterricht in der Woche, sie sitzen auch fast genauso viele Stunden in den normalen Klassen und versuchen dem Fachunterricht zu folgen: Nicht nur Sport und Kunst, auch Mathematik und Physik stehen da auf dem Stundenplan.

Eine aufgeschlossene Schule und freundliche Gesichter erleichtern hier das Lernen in fremder Umgebung, die nun ein Zuhause sein soll.

Der AG-Bereich engagiert sich ebenfalls vorbildlich: Die neue gegründete Fahrrad-AG setzt alte und gespendete Fahrräder wieder instand, sodass die Sprachschüler auch das Bückeburger Umland auf zwei Rädern erkunden können. Das Adolfinum freut sich daher über jede weitere Spende.

Das nenne ich Integration in Wort und Tat, mit Hand und Fuß, mit Kopf und Herz.